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radio.string.quartet.vienna & Klaus Paier RADIOTREE Bernie Mallinger violin Johannes Dickbauer violin Cynthia Liao viola Asja Valcic cello Klaus Paier accordion, bandoneon
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Eigentlich hätten sich der Geiger und Komponist Bernie Mallinger und der Akkordeonist und Bandoneon-Virtuose Klaus Paier viel früher über den Weg laufen müssen: „Wir kommen aus demselben österreichischen Tal“, berichtet Mallinger. Aber es dauerte bis zum Jahr 2000, als sie sich bei einem Workshop endlich näher kennen lernten. Im Jahr darauf arbeiteten sie dann erstmals zusammen, als Mallinger für Paiers CD-Projekt „Movimiento“ – das übrigens für den „Amadeus“, den wichtigsten österreichischen Musikpreis, nominiert wurde – ein Streichquartett zusammenstellte.
Nach einigen Umbesetzungen debütierte das inzwischen radio.string.quartet.vienna benannte Ensemble vor eineinhalb Jahren für ACT mit Celebrating The Mahavishnu Orchestra (ACT 9462-2) – und wie: Lange hat man die Jazzkritik nicht mehr derart begeistert gehört. Denn die Herangehensweise an John McLaughlins legendäre Vorlagen war revolutionär: Eine geniale Umkehrung der sonst üblichen „Verjazzung“ von Klassik war hier zu hören, Jazzstücke bekamen durch ein klassisches Konzept ein völlig neues Gewand voller Präzision und Tiefe, ohne dabei an Swing zu verlieren. |
Violinist and composer Bernie Mallinger and accordion player and bandoneon virtuoso Klaus Paier should have crossed each other’s paths much earlier. “We come from the same Austrian valley”, says Mallinger. But it took until 2000 before they finally met at a workshop. During the next year they worked together for the first time, when Mallinger put together a string quartet for Paier’s CD-project “Movimiento” - which, by the way, was nominated for the “Amadeus”, the most important Austrian music-award.
After some personnel changes Mallinger’s group, the now well-known radio.string.quartet.vienna, made their debut one and a half year ago for ACT with Celebrating The Mahavishnu Orchestra (ACT 9462-2). And in what a way: For long you didn't hear the jazz criticism sounding in such an enthusiastic applause. The setting about John McLaughlin's legendary originals was revolutionary: An ingenious overturning of the usual 'Let's-Do-It-In-A-Jazzy-Way' of classical music was to be heard here. Jazz songs turned into a complete new outfit full of precision and depth, without losing any of its swing. |
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| Eine völlig neue Art von Streichquartett war da also geboren. Eines, das sich mit dem geradezu rockenden Cello von Asja Valcic, mit der lasziven Bratsche von Cynthia Liao und mit den alle dynamischen wie perkussiven Möglichkeiten und Klangfarben auskostenden Geigen von Bernie Mallinger und Johannes Dickbauer eine eigene Klangwelt und eine revolutionäre Spielweise erschloss. Mit Radiotree (ACT 9473-2) überträgt das Quartett dieses Konzept auf die Zusammenarbeit mit Klaus Paier.
„Alle Stücke, auch die sechs von Klaus Paier selbst, sind sozusagen für ein Quintett geschrieben, nicht für Akkordeon plus Quartett“ erläutert Mallinger. Ein gleichberechtigter Ansatz also, durch den der einzigartige Nuancenreichtum zur Geltung kommt, den schon das Mahavishnu-Projekt ausmachte. Auch wenn es hier gewissermaßen zurück nach Europa und von den vier Streichern aus gesehen wieder mehr in klassische Gefilde geht. So schon in Paiers energischem Opener „FlyUp“ oder seiner programmatischen „Musical Journey“, in denen sich europäische Musiktradition mit Blues-gefärbten, jazzgeprägten Passagen verbinden. |
A completely new kind of string quartet was born; one that revealed a revolutionary way of playing and a unique world of sound. The rocking cello of Asja Valcic, lascivious viola from Cynthia Liao and the violins of Bernie Mallinger and Johannes Dickbauer enjoy the full range of dynamic and percussive possibilities and timbres. On Radiotree (ACT 9473-2) the quartet transcribes this concept with the cooperation of Klaus Paier.
“All the work, even the six pieces written by Klaus Paier himself, are specifically written for a quintet, not for accordion plus quartet”, as Mallinger explains. The group enjoys equal rights to the music, allowing for the unique |
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Daneben erweist das Album aber auch wieder einer Legende des Jazzrock seine Reverenz: Drei Titel stammen vom wohl berühmtesten österreichischen Jazzer, dem unlängst verstorbenen Joe Zawinul. Und wieder ist die Umsetzung überraschend: Unerwartet fließend und ruhig begegnen die fünf ihrem einst so energetischen Landsmann, sowohl bei dem von Johannes Dickbauer beinahe klassisch arrangierten „In A Silent Way“ wie im von Bernie Mallinger zwischen dynamischen Explosionen fast meditativ angelegten „Cannonball“ oder im von Klaus Paier ganz auf die bluesige Melodie verdichteten „A Remark You Made“.
Ein weiteres Farewell geht mit dem wild bewegten „Hosent’raga“ an den 2001 verstorbenen österreichischen Vibraphonisten und Komponisten Werner Pirchner. Der war ebenfalls ein Grenzgänger zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik und liefert so eine ideale Vorlage für ein Streicherquartett, das mit technischer Brillanz, kreativer Kraft und kompositorischer Finesse selbstbewusst einen eigenen Rang zwischen den gängigen Vertretern des Jazz reklamiert. Und das in kürzester Zeit mehrere Zweige und Knospen aus seinem Stamm hat austreiben lassen, wie die aktuelle Zusammenarbeit mit dem schwedischen Gitarristen und ACT-Künstler Ulf Wakenius auf dessen Album Love Is Real (ACT 9459-2) dokumentiert.
Diese Verästelungen, die voneinander abzweigen und doch miteinander zusammenhängen und einander befruchten, spiegeln sich perfekt in einer Installation des amerikanischen Künstlers Nathan Carter, die ACT-Chef Siggi Loch kurz vor der Aufnahmesession entdeckt hatte und die sinnigerweise den Namen „Radiotree“ trägt. So war nicht nur der Albumtitel schnell gefunden, die symbolträchtige Arbeit Carters ziert nun auch das CD-Cover – zur Freude aller Beteiligten. |
Besides that the album shows reverence to a legend of jazz-rock: three titles are written by Joe Zawinul, surely the most famous Austrian jazz musician, who tragically passed away in 2007. And once again, the creativity is surprising: Unexpectedly cool and flowing, the five musicians pay obvious homage to their energetic countryman. "In A Silent Way" is arranged in an almost classical way by Johannes Dickbauer, "Cannonball" expresses a meditative side in between dynamic explosions, and "A Remark You Made" is condensed into a bluesy melody by Klaus Paier.
One more farewell goes to Austrian vibraphonist and composer Werner Pirchner who died in 2001, in form of the heart-moving "Hosent’raga". A pioneer of the borderline between classical, jazz and world music, he was a natural and ideal common source of inspiration for this string quartet, which reclaims the territory between different kinds of jazz music with technical brilliance, creative power and compositional finesse. A quartet that - in very short period of time - made a couple of twigs and flower-buds grow out of a stem, as can be recognized in the actual teamwork with the Swedish guitar player and ACT artist Ulf Wakenius on his album Love Is Real (ACT9459-2).
These ramifications, which lead apart while still being connected and interacting, are mirrored perfectly in an installation of the American artist Nathan Carter. This piece of art was discovered by ACT boss Siggi Loch shortly before the recording session. Funnily enough it was called 'Radiotree': Not only the album title was found rapidly |
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